Makroökonomie

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Zwischen Entspannung und neuer Anspannung

In der vergangenen Woche erläuterten wir die „Methode Trump“: schlagzeilenträchtige Äußerungen und verbale Übertreibungen, gefolgt von gemäßigteren Aussagen, was nichtsdestoweniger eine Verhandlungsmethode ist.

Die abgelaufene Woche erbrachte hierfür einen neuerlichen Beweis, denn der US-Präsident war gegenüber seinem chinesischen Amtskollegen viel freundlicher und ließ vieles verlautbaren, was die Märkte beruhigen sollte. Er erklärte, dass „mit China alles gut sein wird“, versicherte, dass er ein „großer Freund“ der Chinesen bleibe, und dankte schließlich Xi Jinping für „seine freundlichen Worte“, nachdem dieser versprochen hatte, ausländischen Unternehmen einen besseren Zugang zum Finanzsektor und zum verarbeitenden Gewerbe in China zu gewähren. Zum Ende der Woche ging Trump in der Entspannung mit China noch einen Schritt weiter und kündigte an, die Möglichkeit eines Freihandelsabkommens in Asien prüfen zu wollen. Er beweist somit, was wir mit ein wenig Abstand in der Analyse verstanden: Seine Drohungen, die eher Pokerspiel als echte Absicht sind, zielen vor allem auf die Kräfteverhältnisse zur Eröffnung von Verhandlungen mit China ab.

Dennoch geizten die letzten Tage nicht mit geopolitischen Spannungen, und erneut kamen die Pfeile aus den USA. Zu Beginn der letzten Woche erlebten der russische Aktienmarkt und der Rubel nach der Ankündigung von Sanktionen der US-Administration gegen russische Staatsangehörige und Unternehmen einen heftigen Absturz: Diese verlieren jeglichen direkten Zugang zum US-Markt. Teil 2 war die Ankündigung von Luftschlägen gegen Syrien als Antwort auf einen vermeintlichen, dem Regime in Damaskus zugeschriebenen Giftgasangriff, und dies unter Missachtung der Warnungen von russischer Seite, die die Zerstörung jeder auf Syrien abgefeuerten US-Rakete angekündigt hatte.

Auch wenn der russische Markt stark betroffen war, wirkten sich diese Spannungen nur schwach auf die anderen Aktienmärkte aus. Einerseits gab es bereits vor Trump in den Beziehungen zwischen den USA und Russland eine lange Geschichte der Rivalität. Andererseits sind die potenziellen Auswirkungen dieser Spannungen auf den Welthandel trotz der von Russland angedrohten Vergeltung deutlich geringer als die eines möglichen Konflikts mit China. Zu beachten ist überdies der Zusammenhang zwischen der Haltung Trumps und den anstehenden Halbzeitwahlen, die für das republikanische Lager schwierig werden dürften.

In Anbetracht des schrittweisen Endes der geldpolitischen Anreize der Zentralbanken und des möglichen Höhepunktes der großen Globalisierungsbewegung werfen diese gehäuft auftretenden geopolitischen Spannungen für uns als Anleger die Frage nach dem künftigen weltweiten Gleichgewicht auf.

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