Makroökonomie

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Auf Wiedervorlage

 

Ein um die andere Woche das Gleiche … Die Märkte sind nervös und der Handelskrieg zieht weiterhin alle Aufmerksamkeit auf sich. Ein Umfeld, in dem bloße Gerüchte genügen, um große Kursbewegungen auszulösen.

Anfang der letzten Woche sackten die Märkte abermals ab, insbesondere nach der Drohung der Europäischen Union (EU), als Vergeltung für US-Maßnahmen Zölle auf US-Produkte im Wert von 294 Milliarden Dollar zu verhängen. Danach beruhigten sie sich etwas, als der US-Finanzminister mit den Gerüchten aufräumte, dass Donald Trump den Rückzug der USA aus der WTO plane, und als der US-Präsident bestätigte, dass die USA „für den Augenblick“ nichts vorhätten. Getragen von Gerüchten, dass der US-Botschafter in Deutschland bestätigt habe, dass Donald Trump die drohenden Zölle auf europäische Autos aussetzen würde, falls die EU die Zölle auf US-Autos aufhebe, erholten sich die Märkte am Donnerstag deutlich. Tatsächlich betragen die Zölle auf in die USA importierte europäische Autos 2,5 %, während die Zölle auf US-Autos, die nach Europa importiert werden, sich auf 10 % belaufen. Gleich darauf erklärte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Verhandlungen über die Senkung der Zölle bereit. Eine Haltung, die jedoch von den anderen europäischen Ländern, insbesondere Frankreich, kaum geteilt wird. Letztlich sind dies alles nur Gerüchte und Erklärungen. Merkwürdigerweise lösten handfeste Fakten nicht solche Reaktionen aus.

Einerseits ging aus den veröffentlichten Protokollen der Fed neben einem zur Schau gestellten Vertrauen in die Wachstumsaussichten und einem insgesamt restriktiveren Tonfall vor allem hervor, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses die Folgen des Handelskrieges diskutiert hatten. Insbesondere berichteten einige Mitglieder, dass mehrere ihrer Kontaktpersonen in den Sektoren Aluminium und Stahl bereit seien, ihre Verkaufspreise anzuheben, um die neuen Zölle auszugleichen, jedoch nicht, in Produktionskapazitäten zu investieren. Kurzum: importierte Inflation ohne Erhöhung des Wachstumspotenzials. Ein wenig verheißungsvolles Szenario.

Andererseits wurde am letzten Freitag das Inkrafttreten der US-Zölle in Höhe von 25 % auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden verkündet, was zu einer Reaktion Chinas in gleichem Umfang führte. Auch wenn dies von den Märkten spürbar eingepreist wurde, ist mit der Aufnahme neuer Verhandlungen zu rechnen, um die tatsächliche Anwendung dieser Zölle zu vermeiden. Aber dieses Mal zogen Amerikaner und Chinesen es bis zum Ende durch, und Donald Trump ersuchte seinen Handelsbeauftragten, „chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar für weitere Zölle in Höhe von 10 % zu identifizieren“.

Auch wenn die Entwicklungen in dieser durch den amerikanischen Unabhängigkeitstag verkürzten Woche schwierig zu interpretieren sind, verfestigt sich dennoch ein Eindruck von Unordnung an den Märkten, die einfach nicht mehr wissen, wie es weitergeht.

 

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